Neuigkeiten aus Fürth

Unternehmen trotzen der Wirtschaftsflaute

Foto: Gaßner

Trotz der Insolvenz des Versandunternehmens Quelle im Herbst 2009 ging es mit der Fürther Wirtschaft stetig bergauf, die ortsansässigen Unternehmen entwickelten sich positiv. Seit Jahresbeginn hat die deutsche Industrie insgesamt jedoch mit Stillstand zu kämpfen oder rutscht gar in die Rezession, bayernweit nimmt die Kurzarbeit zu.

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Wie Fürther Unternehmen diese Entwicklung wahrnehmen, davon haben sich dieser Tage Oberbürgermeister Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller überzeugen wollen, als sie Vertreter der fünf größten Familien- und Stiftungsunternehmen der Kleeblattstadt zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen haben.

KURZ, uvex, Spielwaren Bruder, Norma und die simba-dickie-group zählen zu den größten Arbeitgebern in Fürth und gelten nicht zuletzt wegen ihrer über mehrere Generationen währenden Standorttreue als Rückgrat der hiesigen Wirtschaft. Themen wie steigende Energiekosten in Deutschland, zunehmender Bürokratismus, politische Entwicklungen wie der Handelsstreit zwischen den USA und China oder der drohende Brexit treiben die Fürther „Global Player“ um, von einer Krise will man allerdings nicht sprechen.

Die Firma KURZ profitiere davon, in über 40 verschiedenen Industriezweigen tätig und nicht nur von einem Markt abhängig zu sein, so die Vorstände Walter und Peter Kurz. Als Zulieferer für die Automobilbranche etwa müsse man umdenken. „Elektromobilität ist auch eine große Chance“, so Peter Kurz. „Wir setzen sehr stark auf innovative Technologien“, ergänzt sein Bruder. Auf weiteren Ausbau am Standort Fürth setzt das Unternehmen uvex und hat sich neben dem Erweiterungsgelände an der Würzburger Straße kurzfristig weitere Büroflächen gesichert. Rund 850 der weltweit 2850 Angestellten, sind in der Kleeblattstadt tätig. „Die Zahlen sind stabil“, so Michael Winter, geschäftsführender Gesellschafter der uvex group.

Er spricht ebenso wie Paul Heinz Bruder, Geschäftsführer von Spielwaren Bruder von einer „Seitwärtsbewegung“. „Große Sprünge sind in Deutschland nicht mehr zu erwarten“. Zudem gebe es gerade im Spielwarenbereich einen harten Wettbewerb, so der Unternehmer. Das bestätigt auch Michael Sieber, Geschäftsführer der simba-dickie-group. „Den großen Wachstum können wir eher im Ausland verzeichnen.“ Und nannte als Beispiel etwa die hohen Energiekosten und bürokratischen Vorgaben, die auf die Umsatzzahlen drücken.

Auf Wachstum hingegen setzt die Lebensmittelkette Norma. „Wir wollen den Online-Handel deutlich ausbauen und hoffen, dass in sechs bis sieben Jahren zehn Prozent des Gesamtumsatzes auf diese Weise erwirtschaftet werden“, sagte Norma-Vorstand Gerd Körber. Da es zu teuer sei, Lebensmittel zu liefern, konzentriere man sich online auf Non-Food-Produkte.

Auch wenn die Vertreter der fünf größten Familie- und Stiftungsunternehmen keine harte Rezession erwarten, fordern sie mehr Unterstützung seitens der Bundespolitik. „Sonst verlieren wir im internationalen Wettbewerb“, so Sieber. So sieht es auch der OB und fordert, dass sich Deutschland mehr um seine Wirtschaft kümmern müsse. „Als Stadt versuchen wir alles zu tun, um die hiesige Wirtschaft zu unterstützen. Aber konjunkturelle Themen sind nicht beeinflussbar“, da sei auch die Regierung gefordert, so Müller.


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